"Ja so mir Gott helfe!" Mit diesem Ausruf jede passende oder unpassende Gelegenheit zu kommentieren, soll die feste Angewohnheit des Babenbergers Heinrich II gewesen sein. Wohl um so mehr im Vertrauen auf Gottes Hilfe gründete er Mitte des 12. Jahrhunderts in seiner neuen Residenzstadt Wien die Schottenabtei.

Und bereits unter Heinrich Jasomirgott soll der Schottenforst im Westen Wiens in den Besitz des Klosters übergegangen sein. Inmitten des Waldes ließ der Schottenabt Siegismund im ausklingenden Biedermeier einen neuen Gutshof errichten - den Schottenhof. Nach wie vor dient er dem Stift als Verwaltung für die umliegenden Forstgebiete. Neben dem Restaurant beherbergt der Schottenhof heute auch ein Zentrum für tiergestützte Pädagogik: Mehrere Pferde, ein Esel, ein Schwein und viele andere Tiere sind noch immer Bewohner des Gutshofs. Stefanie Smolik-Abutalib ist seit 1992 Pächterin des Restaurants. Auf die gute Zusammenarbeit mit dem Klerus ist sie stolz.

Bei den Ordensbrüdern heißt der Schottenhof auch heute noch Siegmundshof - benannt nach dessen Gründer. Denn innerhalb der Klostermauern gab es bereits lange zuvor einen Platz mit dem Namen Schottenhof. Die Wiener Bevölkerung allerdings verband mit diesem Namen auch den Gutshof im Schottenwald.

Mit der ganz besonderen Wiener Sicht der Dinge steht auch die Bezeichnung des ganzen Benediktiner-Stifts in Zusammenhang: Die Gründer der Abtei kamen aus Irland, mit dem heutigen Schottland hat das Kloster rein gar nichts zu tun. "Scotia maior" - so lautete die gehobene mittelalterliche Bezeichnung für Irland. Das eigentliche Schottland trug den klangvollen Namen "Scotia Minor". Der kompromisslose Wiener Lokalkolorit machte daraus - von kleinen Unterschieden unbeeindruckt - die konkrete Kurzform "Schotten".

Dass nun der Schottenhof seit über 150 Jahren mitten im Wienerwald zu finden ist, war im Folgenden nur mehr die logische Konsequenz. Wiener Bequemlichkeit wird dort übrigens auch heute noch groß geschrieben...

 


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